herzen und ammoniten
herzen und ammoniten

die berufskrankheiten der dichter ziehen sich zurück
in die städte auf die wiesen
vor den städten die felder
und wälder jenseits des flusses
malt der himmel flugbilder von zugvögeln

fast reimlos
zeichnet mein mund
die konturen deines körpers nach
die linie deiner schulter deines nackens
pulst gegen den morgen

[wir dachten an vergangenes]
lyrisches fleckfieber


Autor: Werner Weimar-Mazur (61 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Gedichte sind Teil eines kollektiven Gedächtnisses. Sie verbinden: Menschen, Orte und Zeiten, vielleicht sogar Himmel und Hölle, hier herzen und ammoniten. Und dies geschieht allein durch Sprache, durch Sprechen. Gibt es etwas Vergleichbares sonst in einem Menschenleben? Wenn es Gedichte nicht gäbe, man müsste sie erfinden!
Quelle: eigenes Manuskript, unveröffentlicht