Ebbesang
Ebbesang

Verstummt dir, Freund, der Herzensklang,
so weck' ihn auf durch Ebbesang.
Wenn alles fließt, bloß fort, hinweg,
und nichts zu bleiben scheint,
als Lachen auf geschwärtztem Dreck,
dann fang zu singen an!

Denn wer ihn singt, den Ebbesang,
dem rinnt die Uhr auf Neuanfang.
Dem Abschied flicht er Trauer ein,
vertont aus stummem Herzen,
und lässt den Abfluß Diener sein,
drum fang zu singen an!

Der Ebbesang, das Trauerstück,
klingt als Scharnier aus Leid und Glück.
Und singst du ihn, in Einsamkeit,
und gibst dem Strom dein Teil,
dann lockt sein Ruf, du hörst's von weit,
dereinst die Flut zurück.


Autor: Andreas Samuel Bösche (39 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Motivation und Mahnung
Quelle: Autor selbst