die Zeit
Du bist da. Du weißt nicht woher. Du nimmst nur zur Kenntnis, dass es dich gibt. Dann wartest du. Darauf, dass du erfährst, was das alles soll. Darauf, dass es vorbei ist. Du siehst wie Dinge entstehen. Verschwinden. Sich verändern. Du siehst verschiedene Kreaturen. Verschiedene Orte. Merkst, wie du dich veränderst. Und sich alles mit dir verändert. Du siehst Dinge, die dir gefallen. Dinge, die du nicht verstehst. Dinge die du verachtest.
Irgendwann kommst du zu der Erkenntnis, dass es nichts ohne dich geben würde. Dass es kein Ende für dich gibt, ohne, dass alles ein Ende hat. Und du weißt auch, dass es deswegen kein Ende für dich geben wird.
Niemand weiß, wer du bist. Sie wissen nur, dass es dich gibt. Du wirst als selbstverständlich betrachtet. Wenn du überhaupt betrachtet wirst. Den meisten fällst du erst dann auf, wenn du für sie vorbei bist. Du wirst beschimpft, vergessen und verdreht. Man versucht dich zu messen. Dadurch zu verstehen. Doch sie werden es nie können. Du bist eine andere Dimension.
Du kennst sie in und auswendig. Sie kennen dich nicht. Auch wenn sie gerne wollten. Du bist in der Unendlichkeit gefangen, die du selber darstellst. Weißt alles. Kannst alles Existierende bestimmen. Ohne dich gäbe es nichts. Niemanden. Du verfügst über alle Macht der Welt. Doch findest du schon lange keinen Gefallen mehr daran. Und vor allem hast du niemanden. Du bist allein.


Autor: Julia Tischbirek (16 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Ich schreibe Kurzgeschichten. Quer durcheinander. Auch bei den beiden eingereichten Geschichten, gehen ja die Themen mit Liebe und der Darstellung einer anderen Dimension ziemlich auseinander. Ich denke die Themenwahl zeigt auch, dass ich mich mit ziemlich alltäglichen Gedanken befasse, die ich versucht habe, für mich zu ordnen.
Das ist auch meine Motivation fürs Schreiben. Man kann das Chaos im Kopf etwas reduzieren, für andere festhalten, und vor dem Vergessen bewahren.
Quelle: Lebenskünstler