Zu wahr, um schön zu sein
"Es war November, ein nasser, kalter, grauer November. Von Leben keine Spur. Jedenfalls heute nicht. Vor ein paar Wochen noch spielten Kinder auf dem nahe gelegenen Spielplatz. Die Menschen breiteten ihre Picknick-Decken in den Gärten aus und genossen den sonnigen Nachmittag und zum Abschluss genossen sie, wie sich die freundlich strahlende Sonne hinter dem Horizont der saftig grünen Wiese zurückzog, bevor ihr Auftritt mit einem Applaus der Zuschauer zum Ende kam. Aber das war nur die Erinnerung an eine längst vergangene Zeit … da stand er nun, am selben Ort wie zuvor, ohne all das, was in diesem Rückblick vorkam. Nach einer Weile schaute er sich um – der Himmel grau, das Gras nass, und er selbst steckte darin fest, konnte von diesem Ort nicht fliehen, war fest verwurzelt mit dem Boden. Ein eiskalter Sturm wütete im Garten und auf dem Feld. Die Fensterscheiben am Haus, das sich direkt am Garten befand, zeigten sein Spiegelbild [...]"


Autor: Rebecca Hiller (29 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Wer schon einmal den Tiefpunkt eines Tals erreicht hat, weiß wie es ist, wie in einem Strudel nach unten gezogen zu werden. Das ist die eine Realität.

Wer aber genau hinhört, kann eine Stimme vernehmen, die einem das Wort 'L . . . . ' sanft zuflüstert. Wenn ich mir diese Worte zusprechen lasse,
kann ich auch andere Menschen wahrnehmen, kann sie wertschätzen, kann mit ihnen Leid teilen, kann mit ihnen Leben feiern. Das ist die andere Realität.
Quelle: Die Autorin selbst