Ich wollte immer Lieder schreiben
Ich wollte immer Lieder schreiben

Ich wollte immer Lieder schreiben
über Heimweh in meinem Bauch,
über das Fernweh beim Bleiben,
oh, und über Ängste als Brauch.

Nun hab ich es geschafft und ich lebe
endlich wieder an der See
und schreibe Lieder übers Bleiben
und den Ort, wo ich jetzt steh.

Ich wollte immer Lieder schreiben
über den Zorn aus alter Zeit,
über Verlust und das Vertreiben
und meine Zweifel meilenweit.

Nun hab ich es geschafft und ich lebe
endlich wieder an der See
und schreibe Lieder übers Bleiben
und den Ort, wo ich jetzt steh.

Ich wollte immer Lieder schreiben
im Café am Boulevard.
Mir die Liebe einverleiben
wie Whiskey an der Bar.

Nun hab ich es geschafft und ich lebe
endlich wieder an der See
und schreibe Lieder übers Bleiben
und den Ort, wo ich jetzt steh.

Mein Freund, wenn du einmal allein bist,
dann nimm den nächsten Zug zu mir.
Komm hier ans Meer, lass dich nicht treiben,
grab nach dem Sommer tief in dir.
Lauf nicht davon und übe Bleiben,
wenn wilde Westwinde wehen.
Wir werden unsere Lieder schreiben
über den Ort, wo wir dann stehen.


Autor: Karen Erbs (53 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Auch dieser Text entstand 2015. Er gehörte zu meinen ersten Versuchen, Songtexte zu schreiben. Und obwohl ich selbst kein Instrument beherrsche, nicht singe und auch (noch) nicht komponiere, möchte ich diese Kunst weiterhin erlernen und verfeinern. Denn mit einer Mischung von Text und (möglichen) Melodien schwanger durch die Welt zu gehen, bringt manchmal meinen ganzen Körper zum Summen.
Quelle: Autor