Literatur-Apotheke
blubbb LXXXVII ODER soliloquium
zeit streicht farblos
durch meine finger.
worte zersätzen augenblicke.
unbeweinte sprache
findet worte, die ich
nicht suchte.

du, du weiszt du,
wie wir gestern
-geil den morgen uns
ins taumeln br8en.
ich sammelte bilder
von deinen augen,
um zu fühlen
was an ungesagtem
hinter ihnen nistet
& nackter hunger
legte sich in die distanz.

der mund zum gähnen zu müde,
streicht sich dünnlippig
in den tag.
augen auf halbmast,
erfassen nicht
was sie erblicken.

du, du weiszt du,
wie du gestern
locken neben ihre steine legtest.
denn sie, sie lieszen worte
an gesten verenden
& unsere augen
erstarrten an erfrorenen
tränen, weil
wir, wir lieszen uns
geschehen durch ihre
blinden blicke.



Autor: noel legne (50 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Worte sind alles & nichts, leben durch Konnotate, müssen dekonstruiert werden, um zu sein.
Quelle: eigenes