Will wässern das Land
Will wässern das Land

jenes, auf dem
die Glut sich eingrub
bis tief hinein
den Boden schwärzte,
Weh, o Weh,

das Land, dessen Keime sie fraß,
hungrig und mit fauchender Lust,
dies verbrannte Land
will ich wässern,
will kühlen seinen wunden Schmerz,

denn es ist auch mein
Land, in dem ich
den Boden bereiten will
für den Tag, an dem
die wilden Schwäne wieder ziehn

über grünes Land, über grünes Land
werden sie kommen und
sich niederlassen, ja
ich will das Land wässern

bis sie bleiben



Autor: Ursula Strätling (62 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Ich habe Freude am Spiel mit der Sprache und ihren vielfältigen Ausdruckmöglichkeiten. Dabei kann ich meine Fantasie gestalterisch einsetzen und neue Welten entstehen lassen, Innen- und Außenwelten darstellen und verarbeiten, Gefühle und Gedanken klären, neue Positionen und Blickwinkel einnehmen …
Quelle: eigenes